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Dienstag, 3. November 2015

 
Eigentlich war für heute nur geplant, die restlichen Beschläge zu montieren. Damit sind wir auch fast fertig geworden. Die meiste Zeit ging aber dafür drauf, Gavroche von ihrem Platz zu bewegen, weil Herr W. an das Stroh hinter Gavroche musste. Problem an der Sache: Um am Schwertkasten arbeiten zu können, hatten wir sie damals mit ihrem dicken Hintern auf Paletten gesetzt, den Trailer nach vorn gezogen und sie seitdem so gelassen. Um die Lady bewegen zu können, musste sie aber in ihre ursprüngliche Position auf den Trailer zurück. Nach ein bisschen erfolglosem Rumprobieren hat Herr W. kurzerhand seinen Traktor genommen, Spanngurt um die schön mit Kuhmist behangene Gabel und hoch mit der Dicken. Flups - saß sie wieder auf ihrem angestammten Platz. Ihr Cockpit mit Mistfetzen verziert - aber was macht das schon. Dünger macht schöner oder so ähnlich.
Dann haben wir sie mit vereinten Kräften nach draußen gezogen, damit Herr W. auch gut an sein Stroh herankam und draußen dann weitergearbeitet. Die Beschläge am Bug sind jetzt auch wieder montiert, Ankerkasten und Backskiste haben wieder Scharniere. Langsam wird's. Jetzt stehen wieder Online-Recherchen an, um Dichtgummi, eine große runde Inspektionsluke und zwei neue Klampen mit passendem Innendurchmesser zu finden... Danach kann's weitergehen.
in der Luft

Montag, 8. Juni 2015

Dieses Buch habe ich in unserem Kurzurlaub am Vierwaldstätter See gelesen und entschieden, dass es eines der besten Segelbücher ist, die mir bis jetzt untergekommen sind. Grob gesagt geht es um das "Golden Globe" Race der Sunday Times, das im Jahr 1968/69 für die ersten Einhand-Nonstop-Weltumsegler geschaffen wurde. Der Autor hat dazu unglaublich viel recherchiert und dann mehrere Handlungsstränge miteinander verwoben - die der neun Teilnehmer. Man erfährt unglaublich viel über die unterschiedlichen Herangehensweisen,Charaktere, Boote und Hintergründe dieser Männer und lernt  nebenbei einiges über (Schwerwetter-)Segeln.
Die Segler sind:
  • John Ridgway, 29, der mit Chay Blyth 1966 über den Atlantik ruderte. Er segelt einen 30 Fuß GFK-Twinkieler.
  • Chay Blyth, 27, Kollege von Ridgway, segelt ebenfalls einen 30 Fuß GFK-Twinkieler und hat keinerlei Segelerfahrung, als er seine Weltumsegelung startet.
  • Robin Knox-Johnston, 28, segelt mit einer 32 Fuß langen Teak-Ketsch.
  • Bernard Moitessier, 45, der bekannte französische Segelautor. Er segelt in seiner 39 Fuß Stahlketsch
  • Loick Fougeron, 42, Freund von Moitessier. Er segelt einen 30 Fuß gaffelgetakelten Stahlkutter.
  • Bill King, 57, segelt einen 42 Fuß Holzschooner mit Dschunkenrigg, der extra für die Non-Stop-Weltumsegelung gebaut wurde.
  • Nigel Tetley, 45, segelt eine 40 Fuß lange Sperrholz-Trimaran-Ketsch, die auch sonst sein permamentes Zuhause ist.
  • Alex Carozzo, 36, segelt eine 66 Fuß lange Holzketsch, extra gebaut für das Golden Globe Race.
  • Donald Crowhurst, 36, segelt eine 40 Fuß Sperrholz-Trimaran-Ketsch, die ebenfalls extra für das Rennen designt wurde.
Ich möchte nicht zu viel verraten, aber soviel: nur ein einziger Segler kommt ins Ziel.
Gekämpft wird mit Stürmen, Reparaturen, Einsamkeit, Müdigkeit, Durchhängern, Depressionen, Verrücktwerden und Tod.

Das Buch gibt es auch auf Deutsch: "Allein auf hoher See" ist der Titel.

Sonntag, 17. Mai 2015

Der Blog wächst. Deshalb habe ich ein wenig umgestaltet, bevor es in der Sidebar zu unübersichtlich wird. Der ganze "Papierkram" (Kosten, Stunden, To-Do) ist ins Dropdown-Menü zu Unsere Orion gewandert und dort findet man jetzt auch eine Bildergalerie.
Die "Bordbibliothek" ist mein kleines Waisenkind. Jetzt ist sie erstmal unter Wir gelandet. Vielleicht fällt mir irgendwann noch eine passendere Lösung ein...

Montag, 4. Mai 2015

Stencil (engl. für Schablone) bzw. Schablonenkunst ist eine Bezeichnung für Graffiti oder Street-Art, die mit Hilfe von Schablonen angebracht werden. Eher selten wird der französische Begriff pochoir verwendet, obwohl die Technik, initiiert durch Blek le Rat in Frankreich zum ersten Mal in größerem Stil künstlerische Verwendung fand.
Quelle: Wikipedia 

...und hier kommt der Stencilkünstler Mo ins Spiel. Ich hatte mir gewünscht, dass der ORION-Schriftzug, den man durch Erhebungen noch an Steuer- und Backbordseite erahnen konnte, wieder sichtbar wird. Mo hat es geschafft - mit einem Stencil.

Der Vorgang in Bildern:

 1. Mittels Frottage-Technik wird der Originalschriftzug auf Papier kopiert.

 2. Die Kopie wir laminiert, damit nichts reißt beim Schneiden. Mit Folienstift die Konturen nachzeichnen.

3. Den Schriftzug ausschneiden.

4. Die Vorlage zweimal auf selbstklebende Folie übertragen (dieses Prachtmuster hatten wir noch vorrätig...). Wieder alles ausschneiden und keine Kleinteile verlieren.

5. Die Folie supergenau am Boot anbringen. Dazu das Abziehpapier auf der Rückseite einschneiden, um etappenweise kleben zu können.

6. Bootslack auftragen. Dabei mit dem Pinsel möglichst nicht in Richtung Folie streichen  - diese kann angehoben werden und man bekommt keine messerscharfen Begrenzungen mehr hin, weil Farbe unter die Folie kommt.

 7. Nach mehrmaligem Farbauftrag Lack antrocknen lassen. Danach Folie vorsichtig entfernen. Die Innenteile dazu am besten mit einem Cutter vorsichtig anheben.

 8. Freuen, wenn's geklappt hat!

Ich hab mich gefreut - es ist supergut geworden. Aber echt erstaunlich, wieviel Arbeit so ein paar Buchstaben machen können...

Freitag, 10. April 2015

Wir trauern um unseren Staubsauger. Nach langer, ausdauernder Arbeitsleistung protestierte er gestern zum ersten Mal: Er warf seine Schaltknöpfe ab, um auf sein drohendes Aus hinzuweisen. Leider zu spät. Als wir aufmerksam wurden, hauchte er bereits seinen letzten Staub aus, um dann seine Staubsaugerseele in stinkendem Rauch zum Himmel emporzusenden. Wir werden ihn vermissen.

Bestron, du bist deine 30 € wert gewesen. Damals, in meiner kleinen Referendariatswohnung in Bühl, hast du treu meine 35 m² gesaugt, und auch hier in Radolfzell hat dir die größere Quadratmeteranzahl bei gleichbleibender Bezahlung (neuer Staubsaugerbeutel in regelmäßigen Abständen) keine Schwierigkeiten gemacht, du hast die Mehrarbeit ohne dich zu beklagen ertragen. Erst beim Schleifstaub war Schluss - zugegeben, das ist auch eigentlich außerhalb deines Arbeitsbereiches.
Für deine geleistete Arbeit in den letzten 4 Jahren sind wir dir in tiefster Dankbarkeit verbunden.



Dienstag, 31. März 2015

Genau wie Gavroche damals vom Trailer auf die Böcke in die Surferhalle gehoben wurde, kam sie auch wieder runter. Wieder hat der Käptn letzten Freitag Arbeitskollegen organisiert und wieder finde ich es nur genial, wie uns Leute unterstützen - einfach so. Dadurch haben wir jetzt aber auch die magische 100 an Arbeitsstunden geknackt. Dann fuhr der Käptn unser Boot noch zum neuen Stellplatz in Überlingen a. R. und machte dort beim Besitzer gleich selbst einen Winterstellplatz für seine Ostara klar. Leider konnten wir nicht gleich loslegen mit den Arbeiten, da Mo auf einer Tourenski-Wanderung in Österreich unterwegs war und ich in den Rheingau fuhr. Am Montag machte Mo das Wetter einen Strich durch die Rechnung und heute sah es ja nicht besser aus mit Unwetter. Ich kam auf dem Rückweg voll auf meine Kosten, was die Unfähigkeit der Bahn angeht, mit Störungen im Bahnverkehr umzugehen. Statt um 15.00 Uhr kam ich um 19.30 zuhause an. Aber morgen geht es wirklich los. Wenn das Boot nicht aus der Halle kann, weil es regnet, dann schleifen wir nur die letzten Kleinigkeiten in der Kajüte und entfetten. Falls es Donnerstag dann immer noch dauerregnet, nehmen wir eben doch die Rolle, anstatt den Lack zu spritzen. Echt blöd - jetzt haben wir endlich Zeit und das Wetter macht nicht mit!

 Auszug aus der Surfplatzhalle

 Basti trägt sein Kreuz - äh ne, nur nen Stützbalken...


Dienstag, 24. März 2015

Es klappt tatsächlich: Wir bekommen einen Stellplatz auf einem Aussiedlerhof bei Überlingen a. R. In einer großen Halle, neben einem Riesenboot, das Mo sehr gefällt. Na toll. Jetzt wird unsere Baustelle aka Jollenkreuzer noch trostloser neben diesem Traumschiff aussehen. Was soll's. Wir schaffen das! Bis jetzt haben wir alles geschafft! Und ab Freitag sind Ferien und wir haben uns vorgenommen, die meiste Zeit am Boot zu arbeiten. Dazu muss es nur noch umziehen. Hoffentlich bekommen wir genug Leute zusammen, um es am Freitag schon auf den Trailer zu packen und ins neue Zuhause zu fahren. Yeeeha!
Blick von der neuen Halle aus über den Bodensee

Sonntag, 22. März 2015

Der Trailer ist in der Werkstatt und das Schwert liegt bei Robins und Bastis Arbeitgeber in der Halle - die Erfolge des gestrigen Tages.

Zunächst gab's aber erstmal einen Dämpfer: Gavroche sollte wohl zum 15. März bereits aus der Surfplatzhalle raus sein - nur, woher sollten wir das wissen? Einen Vertrag haben wir nie bekommen und Bescheid gesagt wurde uns auch nicht. Zugegeben - uns hätte auch so klar sein müssen, dass bald eine neue Lösung her muss, April/Mai kommen die Boote ins Wasser. Ein bisschen Aufschub haben wir aber noch: Kais Boot versperrt den Weg, wir können eh nicht raus und stehen in einer Hallenecke, die nicht sofort von den Surfern gebraucht wird. Kai geht nächste Woche in Urlaub, und wenn er heute sein Boot nicht rausholt, dann haben wir noch mindestens eine Woche lang Zeit. Außerdem kam ein Besucher vorbei, der uns ein bisschen zu unserem Boot befragte und uns dann den Tipp gab, bei einem Aussiedlerhof bei Überlingen am Ried nachzufragen, der Besitzer stellt wohl Boote unter.

Und tatsächlich: irgendwie haben wir bis jetzt immer Glück. Am Dienstag oder Mittwoch gehen wir da mal vorbei und schauen, ob das was für uns ist. Am Boot basteln dürfen wir dort auch - was ein Glück! Und am Mittwoch kommt vielleicht auch schon der Trailer repariert und mit neuem TÜV aus der Werkstatt. Zum Glück hat Bastis Firmenbus eine Anhängerkupplung und zum Glück hat deren Hinterhof-Werkstatt des Vertrauens sofort Zeit für uns gehabt. Trailer angehängt und ab dafür!

Anschließend haben die Jungs das Schwert ausgebaut, während ich die letzten Bereiche innen in der Kajüte mit der Hand abgeschliffen habe. Basti hatte im Firmenbus einen Industriestaubsauger, so dass die Kajüte und das Oberdeck jetzt sogar einigermaßen staub- und Vogeldreck-frei sind. Mit unserem Mini-Staubsauger hätte das doppelt so lange gedauert.

Mit dem Schwert im Bus ging es dann weiter zu Franzi und Robin - deren Holzjolle (eine Vaurien) musste umgedreht werden, damit die beiden die Rumpflackierung erneuern können. Wahnsinn, was die beiden schon an ihrer Jolle geschafft haben! Innen ist fast alles abgeschliffen, und bei den ganzen Ecken und Kanten muss das meiste von Hand geschliffen werden. Kein Spaß...

Jolle gedreht und ab weiter in die Firmenhalle, um das Schwert abzuschleifen. Warum haben wir eigentlich keinen Job, bei dem man so tolle Maschinen nutzen kann?! Was da in der Werkstatt alles rumsteht - abgefahren. Und eine Werkstatt mit Fußbodenheizung hat schließlich auch nicht jeder. Unter anderem gibt es eine Kantbank, mit der die Jungs eine Schwertkastenverstärkung bauen wollen, da unsere kaputt ist. Wie genau die gemacht werden kann und wie die Kräfte wohin ab- und umgeleitet werden können - diese Diskussion hat echt ewig gedauert. Aber Fachsimpeln gehört zum Spaß dazu ;)
Unser Schwert hat übrigens eine Oberflächenstruktur wie ein Golfball. Das Abschleifen der alten Lackschichten ist echt nicht so einfach. Total rostzerfressen. Die Funktion ist nicht beeinträchtigt, aber schön ist anders. Vielleicht behandeln wir es noch mit Rostumwandler, bevor wir es neu streichen, wir werden sehen.


Unsere Helden :)


Gestern Mittag, als es hieß wir müssen aus der Halle raus, hatte ich echt keine Lust mehr. Dieses Boot macht so viel Arbeit - nicht nur die direkten Arbeiten am Boot, auch das Recherchieren und Organisieren ist echt anstrengend. Manchmal weiß ich wirklich nicht, wie wir das alles schaffen sollen. Und dann geht es doch immer irgendwie weiter. Zugelassener Trailer und neuer Stellplatz sind in Aussicht und Spaß hat der Tag dann doch gemacht. Aber das haben wir echt vor allem Robin, Basti und Franzi zu verdanken, die uns in ihrer Freizeit sooooooo viel helfen und dabei nie die Geduld und gute Laune verlieren. Fettes Dankeschön an euch! Und irgendwann bekochen wir euch auch - versprochen!

Übrigens - wir haben, was Arbeitsstunden am Boot angeht, noch immer nicht die Hundertermarke geknackt - aber bald ist es soweit: Schaut selbst!


Montag, 16. März 2015

Nur noch antiquarisch zu bekommen, und dann noch superteuer - bis zu 140 € für ein Buch, das einmal 24,90 € gekostet hat: Das Handbuch der traditionellen Bootsreparatur von George Buchanan.


Und Mo und ich haben es für ca 33 € gefunden und gleich gekauft. Es ist wirklich ganz interessant und man bekommt das Gefühl, einfach ALLES am Boot selbst reparieren zu können. Nur - suchen wir unsere spezifischen Baustellen, finden wir zwar Infos dazu, aber genaueres müssen wir dann doch noch im Internet nachforschen. Immerhin hat man (zumindest ich...) die passenden Suchbegriffe dann schon zur Hand, z.B. "Ausbuchsen des Bolzenlochs" (in Bezug auf einen leckenden Schwertkasten).

Außerdem hatte der Surfplatz am Wochenende Saisoneröffnung, so dass wir jetzt wieder in die Halle können. Jetzt nehmen wir die Fenster und die Kajüte in Angriff, Grundierung und Lack sind bestellt.
Endlich geht's weiter!  


Sonntag, 14. Dezember 2014

Gestern trafen wir uns mit einer alten Freundin von Mo und deren Freund auf dem Konstanzer Weihnachtsmarkt. Auch Melli hat, obwohl sie und Mo sich seit Jahren nicht gesehen haben, schon von unserem Projekt gehört. Und sie hat Mo ein wirklich schönes und besonderes Weihnachtsgeschenk gemacht: ein Buch, das für besonders nasse Umgebungen hergestellt wurde, und sie als Buchbinderin war an dem Produkt beteiligt. So sieht's aus:
Das Außenmaterial ist das gleiche wie bei alten Luftmatratzen, die Seiten sind aus wasserfestem Papier. Es ist echt ein einzigartiges Buch und wie man auf der Seite der Erfinder lesen kann, war wohl eine ganze Reihe geplant. Erschienen ist aber (bis jetzt) nur dieses. Schade. Ich hätte gleich noch den ganzen Rest dazu gekauft.
 Ehrensache, dass Mellis Buch einen Ehrenplatz auf dem (noch nicht vorhandenen) Bücherbord der Gavroche erhält.

Übrigens ist bei unseren Bootsarbeiten jetzt bis Fasnet (Zwangs-)Winterpause angesagt. Der Surfplatz schließt über den Winter, sodass wir keinen Zugang mehr haben. Ist aber nicht soooo schlimm, viel hätten wir bei den Temperaturen nicht mehr schaffen können. Das Schwert wird dann eben gleich als erstes im Februar in Angriff genommen. In der Zwischenzeit lesen wir ein Segelbuch nach den anderen - bevorzugtes Thema: Weltumsegelungen. Klar, für sowas ist ein Jollenkreuzer wie die Orion 20 viel zu klein und nicht kentersicher genug, aber
think big, start small, learn fast.
Bis nächstes Jahr!





Samstag, 8. November 2014


Der Autor wird hier mal kurzzeitg gewechselt, da Birke heute mal weniger als sonst geleistet hat ;) Also ich fasse mich kurz. Nach einer harten Woche, in der wir die Gavroche nur über Fotos betrachten konnten, sind wir heute mit vereinten Kräften ans Aufbocken gegangen.
Gegen 16 Uhr entpackten Birke und ich endllich unser Schiffchen aus der weißen Abdeckplane und räumten soweit auf, so dass alle Helfer, die der Käptn angeheuert hatte, mit uns schön werkeln konnten.
"Viele Hände schnelles Ende" ist das Motto vom Achim (Käptn!) und so hat er auch einige Leute in Petto gehabt. Wie man aber sieht, war anfangs erstmal Reden und Diskutieren angesagt.
 

Gott sei dank hat der Käptn das Ruder dann wieder in die Hand genommen und die Gavroche war Ruckzuck auf ihren stählernen Beinen. Tage zuvor haben wir uns den Kopf zerbrochen, wie denn ein 600 Kilo-Schiff angehoben werden kann, um es vom Trailer auf Böcke zu bringen - selbst wenn 8 Mann anpacken. Tja die richtige Technik machts und die sieht wie folgt aus:

  1. Man nehme 8 Mann und beginne mit dem Aufbocken am Heck. 
  2. Ein Mann stehe am Bug und verhindere das Wegrollen des zu bewegenden Objektes. 
  3. Auf jeder Seite stehen 3 Mann achtern, einen Rundbalken unter dem Schiff haltend (gepolstert!). Auf Kommando hebe man mit Hilfe des Balkens das Heck an.
  4. Der übrige Mann befinde sich achtern und schiebe den ersten Bock unter das schwebende Heck und lege ein Planke auf dem Bock bereit, auf die das Schiff abgelassen wird.
  5. Man verhindere das Wegrutschen des Hecks durch Holzkeile beidseitig und sichere diese mit Spaxschrauben an der Planke gegen Verschiebung und Abrutschen.
  6. Man wiederhole den Vorgang (Punkt 3-5) im Bereich des Vorderdecks.
  7. Nun ziehe man den Trailer unter dem Schiff hervor.
  8. Die Böcke schiebe man anschließend auf passende Länge wieder zusammen.
  9. Parallel zum Schiff lege man Vierkanthölzer vom Achterbock zum Vorderbock am Schiffsrumpf an und sichere wiederum mit Spaxschrauben gegen seitliches Wegrutschen.
  10. Das Schiff liegt nun sicher eingebettet in einem Holzcarré.
  11. Anwesende Frauen reichen Material und dokumentieren den Vorgang bildlich.
 Nachdem das geschafft wurde, packten wir noch 4 dicke Autoreifen unter das Schwert. Wenn Basti, Robin und der Käptn Zeit haben, können wir dann das ca. 100kg-Schwert sicher auf die Reifen "fallen lassen". Da der Schwertkasten noch gerichtet werden muss, ist es nötig, das Schwert herauszunehmen.


Nachdem auch noch die Jeton und ein Fischerboot des ESV winterfest verstaut waren, bekam jeder noch n Bier, ne Cola, ne Apfelsaftschorle oder ein sonstiges Getränk und war hoffentlich soweit happy mit dem arbeitsreichen Abend.


(Da ich mich dem Schreiben so langsam bin, musste ich Birke ab der Hälfte diktieren. Für richtig geschriebene Wörter und korrekten Satzbau haftet Birke.)
 

Freitag, 31. Oktober 2014

Endlich ist sie in die Halle eingezogen! Es ist zwar etwas eng, aber Gavroche gefällt es bestimmt ganz gut neben Kais Motorboot. Für uns heißt das, dass wir tatsächlich dieses Wochenende noch nutzen können, um alle Beschläge abzuschrauben und vielleicht sogar die alten Fenster zu entfernen, damit wir sie als Schablone für neue verwenden können.  Nebenbei müssen wir natürlich noch die nächste Schulwoche vorbereiten, auf meinem Schreibtisch z.B. stapeln sich noch unkorrigierte Lektüreordner...
Das neue Zuhause

Außerdem steht noch an, das Boot auf Böcke zu HEBEN, damit wir an das Schwert herankommen und der Trailer zur Reparatur und zum TÜV kann. Ja, heben - 500 kg mindestens, vielleicht auch mehr, je nachdem ob Wasser in den Auftriebskörpern ist (noch nicht getestet). Laut Käptn klappt das mit 6 starken Jungs. Na dann. Der Surfplatzbesitzer ist skeptisch, aber will gerne helfen. Mo trommelt jetzt also eine starke Truppe zusammen, und dann soll das Ding Freitag gewuppt werden, wenn genug mitmachen.

Liebe (Segel)freunde, bitte helft uns zahlreich am Freitag, gegen 17 Uhr! :)

Sonntag, 19. Oktober 2014

Bewaffnet mit neongrünen Spanngurten und Umzugsdecken zogen wir los, um mit dem Käptn zusammen Gavroche in ihr neues (Winter)zuhause zu bringen. Schnell noch mit dem Kompressor aus dem Firmenwagen vom Käptn den platten Trailerreifen aufgepumpt (sollte wohl 'ne Stunde halten) und dann ab zur Autowaschanlage.
Abfahrbereit
Mit Hochdruckreiniger ging's dem Zweijahresdreck an den Kragen. Leider auch dem Lack - Gavroche war mal gelb, wie man jetzt schön an der Plicht sehen kann. Also eine weitere Baustelle, die wir im Winter in Angriff nehmen werden. Nachdem der Käptn sich nach erfolgreichem Einparken auf der Wiese des Surfclubs verabschiedet hatte, zogen wir los in den Baumarkt. Eine riesige weiße Plane und Tampen kaufen. Dann zurück auf's Boot und erstmal schön mit kühlem Radler aus dem Surferrestaurant auf unser Glück anstoßen. Wir saßen bestimmt noch 1,5 Stunden da, haben getrunken und von unseren Abenteuern mit UNSEREM Boot geträumt. Für die nächste Woche steht sie jetzt da, als riesiges weißes Geschenk, und wartet darauf, dass wir sie in den Herbstferien wieder auspacken und loslegen.  
der Käptn beim Putzen



Samstag, 20. September 2014

Ich geb's zu, ich schaue sowieso schon ständig nach Booten, die mir gefallen würden und träume davon, endlich eins zu besitzen. Aber mit der Liegeplatzknappheit am Bodensee war das eigentlich schöne Zukunftsmusik, in der Umsetzung für die nächsten 5-10 Jahre total unrealistisch. Und jetzt? ZACK sind wir Bootsbesitzer! Geschenk von unserem Platzwart, dem "Käptn" - seine alte Orion 20. Wir müssen zwar einiges daran machen - aber darauf haben wir Lust. Große Lust.
Das Projekt Orion: die "Gavroche"

Jetzt ist es einfach da, das Boot, und zum Glück haben wir für den Winter eine Halle gefunden, in der wir sogar arbeiten dürfen - dank den superlockeren Surfplatzbesitzern. Dort dürfen wir das Boot ab dem 15. Oktober draußen parken, bis die Surflagerhalle frei ist und das Boot in sein "echtes" Winterlager umziehen kann. Ja und im Sommer - da schauen wir dann einfach mal. Slippen kann man es ja, so dass uns erstmal ein Landplatz reichen würde. Und das ist auch das einzige, auf das wir realistischerweise hoffen können.