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Donnerstag, 3. September 2015

Völlig dicht von oben.
Isse jetzt. Hoffentlich. Die Scheuerleiste ist von oben weiß eingedichtet, und die Verbindung von Ober- und Unterschale schwarz. Weiß-Schwarz. Oben-Unten. Dünn-Dick. Himmel-Hölle. Genau so war's. Oben in weiß hat es super funktioniert - von Mo im Alleingang geregelt. Dann kam ich dazu. Und der schwarze Untergang. Dieses dicke, klebrige Zeug ohne Risse und Blasen in den Spalt zwischen den Schalen zu friemeln, darin bin ich einfach nicht gut. Es quetscht immer dahin, wo man es nicht haben will. Und wenn man es dahin spachtelt, wo man es haben will, geht woanders wieder eine Blase auf. Irgendwann war es dann trotzdem überall einigermaßen gleichmäßig und wir einigermaßen zufrieden.
Die Höllenfuge
Blöde Blasen bilden besch*** Bootsbaubehinderungen.
Wir arbeiten übrigens nicht mit Sikaflex - dem Gott der Dichtmassen unter Seglern. Mir war das zu kompliziert, wenn man es richtig machen will. Man muss Primer verwenden und dann gibt's da zig verschiedene Arten von Sika und das "normale" ist leider nicht UV-beständig - für das Kleben der Fenster und Fugen an Deck muss es das aber sein. Das UV-beständige Sika ist dann wieder teurer. Wir haben uns dann für ein MS-Polymer (Sika ist ein 1-K-PU-Hybrid-Dichtstoff) entschieden, das ist ein Alleskönner. Pantera ist im Bootsbau wohl der bekannteste Hersteller von MS-Polymeren, wir haben bei unserem Lack-Lieferanten dann WIKOs "Kleben und Dichten" gefunden. Bis jetzt sind wir zufrieden. Vor allem hält es sich angebrochen länger als Sika. Probleme bei der Verarbeitung hätte ich auch mit jeder anderen Dichtmasse - meine Ungeduld ist dabei das Hauptproblem. Bei Mo klappt es immer super...
Die Diskussion 'Sika oder Pantera' wird in Foren in aller Länge geführt - wen es interessiert, einfach googeln. Wahnsinn, als ob es nichts Wichtigeres zu besprechen gäbe! Ich verschweige an dieser Stelle, wieviel ich trotzdem darüber nachgelesen habe.


Der Schwertkasten ist seit heute auch ein bisschen weißer. Die Grundierung ist aufgebracht, jetzt fehlen noch die obligatorischen zwei Lackschichten. Ob's gut wird, wird sich zeigen. Auf jeden Fall sieht es jetzt schon besser aus als vorher:
Schwertkasten
Schwertkasten - Detail

Dienstag, 1. September 2015

 Nach laaaaaanger Pause hat Gavroche heute endlich mal wieder ein bisschen Zuwendung bekommen - in Form von Schleifarbeiten, was denn sonst...
Momentan arbeiten wir an der Abdichtung der Ober- und Unterschale. Dazu haben wir bereits die alte Dichtungsmasse herausgekratzt, dabei lösten sich auch Lacksplitter. Wir haben heute dann den beschädigten Lack unter der Scheuerleiste angeschliffen, damit wir hier neu grundieren und streichen können. Weil wir wahrscheinlich mit unserem neuen Lack den alten Farbton nicht genau treffen, haben wir rundherum einen schmalen Streifen abgeklebt, damit es möglichst gleichmäßig und gewollt aussieht ;)
Und weil Schleifen so schön ist, haben wir gleich noch die Scheuerleiste mit abgeschliffen. Zum Glück hat sich dort die alte Lackierung schon zu Teilen freiwillig verabschiedet. Die lasieren wir im gleichen Farbton wie das Schiebeluk und die Handläufe. Soll ja auch alles schick werden - ne?

 
Zuhause war ich auch nicht ganz untätig - die Bodenbretter haben die letzte der gefühlt tausend Lackschichten erhalten und wir können einen weiteren Punkt von der To-Do-List streichen - Yippieh!


Sonntag, 21. Juni 2015


Wieder einmal arbeiten wir an mehreren Baustellen gleichzeitig, wobei eine davon heute beendet wurde. Hier der Zwischenstand:

Unten
Die Durchbohrungen wurden jetzt 5fach mit Epoxidharz überstrichen und heute dann noch gespachtelt. Jetzt muss es "nur noch" schön plan geschliffen werden. Darauf kommt dann wieder (irgendwann) der komplette Grundierung-Antifouling-Aufbau, aber das machen wir erst, wenn wir kurz davor sind, Gavroche wieder dauerhaft im Wasser zu haben. Sollten wir es echt dieses Jahr so weit schaffen, dass wir sie mal Probesegeln, wird es für dieses Mal auch noch so gehen.
Spachtel à la Orangenhaut - noch
Mitte
Feddisch! Fenster sind drin, von innen und außen mit Sika versiegelt und -verschönert (die Fensterausschnitte sahen nicht wirklich schön gleichmäßig aus) und wir nur so-la-la-zufrieden. Von innen hui von außen ... immer schön von weitem schauen, dann sieht es echt gut aus! Wir verfahren jetzt erstmal nach dem Motto: Hauptsache dicht. Und das muss sich noch zeigen.
Fensterrand jetzt mit Wasserablaufkante
Oben
Die erste Schicht Holzschutzlasur ist drauf. Ursprünglich wollten wir lackieren - aber das hätte mindestens 5 Lackschichten bedeutet plus Zwischenschliff jeweils. Vom Schleifen haben wir genug, das Holz sieht auch nicht mehr soooo schön aus, dass sich der Aufwand lohnen würde, und so haben wir uns für eine Lasur entschieden (Danke, Uwe, für den Tipp!), die unseren Arbeitsaufwand minimiert. Nur einmal Altanstrich runterschleifen, dann zweimal lasieren. Das heißt, wenn wir es morgen schaffen zum Boot zu fahren, sind wir mit diesem Punkt dann auch fertig.
vorher - nachher

Dienstag, 2. Juni 2015


...ein Klacks, wenn man Lehrer ist, das machen wir ja fast täglich... schlechter Scherz am Rande. Nein wirklich, es hat erstaunlich gut geklappt. Zuerst hat Mo, der Held, überkopf die Löcher im Rumpf angeschäftet. Das war gar nicht so einfach. Die Bohrungen, die der Käptn gesetzt hat, damit das eingedrungene Wasser abläuft, sind sehr nah am Schwertkasten. Also nix da mit der 1:12 Schäftung - da wär der Schwertkasten auch geschäftet worden. Wir haben das Ganze dann eben so gut wie möglich angeschrägt und wo es ging dann sauber geschäftet. Mo hat die ganze Zeit über den gemeinen Schleifstaub geflucht, der sich einfach überall festsetzt und unglaublich auf der Haut piekst. Da wir nur einen Exzenter und eine superduper Partikelfiltermaske haben, "durfte" ich draußen in der Sonne lesen - ich Glückliche ;)
Anschließend haben wir unsere Gelegekreise ausgeschnitten, frei nach der Anleitung der YACHT. Das Zeug verzieht sich ständig und man braucht eine wirklich gute, scharfe Schere, um nicht nach dem ersten Kreis schon übelst genervt zu sein (hatten wir natürlich nicht...)
Dann begann die Giftmischerei. Wir haben unser Epoxidharz und den Härter mit Spritzen dosiert - hat gut geklappt. Eigentlich sollte das Harz bis zu einer Stunde genutzt werden können - aber es war so warm, dass es in Rekordgeschwindigkeit ausgehärtet ist. Das erste Loch war zulaminiert, dann machten wir uns an das Zuschneiden für das nächste und plötzlich begann es aus dem Epoxidharzbecher zu qualmen. Abgefahren wie schnell das Zeug reagiert und wie warm/heiß es dabei wird. Ich war ziemlich fasziniert - nur schade um das schöne Harz, wir mussten für die beiden anderen zu laminierenden Stellen also wieder neues anrühren.
Deshalb haben wir die zwei noch fehlenden "Flicken" dann parallel hergestellt, damit uns das nicht nochmal passiert. Jetzt ist Gavroche von unten wieder dicht!

Schön sieht's noch nicht aus - Fasern stehen noch ab, es muss gespachtelt und geschliffen und anschließend mit Gelshield versiegelt werden - aber dann ist es so gut wie neu. Juhuu!

Von innen werden wir "Stopfen" aus harzgetränkten Glasfasermatten gegensetzen und dann ebenfalls glatt spachteln - Gavroche besteht ja aus zwei Schalen, und wir haben "nur" die Unterschale geschäftet, die den meisten Belastungen ausgesetzt ist. Die Löcher durch die Oberschale werden also bloß gestopft, damit kein Wasser mehr von oben zwischen die Schalen laufen kann. Dann kann endlich auch der Schwertkasten weiß lackiert werden, damit er zum Rest der Kajüte passt.

Hier der ganze Vorgang nochmal in Bildern:

Gavroche aufbocken und Trailer vorziehen, damit wir überhaupt die Löcher bearbeiten können...
Arbeitsschutz anziehen und unter's Boot kriechen...
überkopf Löcher schäften - kein Spaß!

Zwischenstand - Pause machen...
dann fertig schäften...
Schablone aus Folie herstellen und Gelegeflicken ausschneiden...
immer schön kleiner werden...

mit Epoxidharz tränken und auf's Loch pappen, gut ausstreichen - fertig!


Noch eine Anmerkung: Wenn wir das nächste Mal laminieren müssen, dann nehmen wir auf jeden Fall noch Abreißgewebe. Dann wird die Oberfläche glatter und lässt sich besser schleifen. So weiterzuarbeiten war das kein besonderes Vergnügen.

Samstag, 4. April 2015

Es regnet immer noch. Deshalb sind wir heute ein neues Problem angegangen, nämlich dieses:
(Dichtung ist hier bereits entfernt - sie wurde überlackiert...)
Auf dem Bild sieht man die Verbindung von Ober- und Unterschale des Bootes, verdeckt mit der Scheuerleiste (Blick von unten Richtung Deck). Beziehungsweise man sieht, dass die Verbindung keine ordentliche, dichte Verbindung mehr ist. Irgendwann hat das jemand schon an einigen Stellen mit Sikaflex abgedichtet, aber nicht überall. Wenn wir das nicht neu machen, dann können wir uns beim Segeln jetzt schon auf feuchte Polster in der Kajüte freuen, oder schlimmer: auf Wassereintritt zwischen den beiden Schalen. Also haben wir uns daran gemacht, das ganze alte Dichtungsmaterial zwischen Ober- und Unterschale rauszuholen. Es war ungefähr so, als würde man versuchen, bei einer Walnuss mit einer Stecknadel an ein winziges bisschen Nuss im Inneren zu kommen. 
Teilweise ließen sich ganze Streifen altes Sikaflex am Stück rausziehen, an anderen Stellen ging es nur krümelweise. Wir vermuten stark, dass die Scheuerleiste von innen feucht - an einigen Stellen sogar rott - ist. Aber das wäre eine Baustelle, die wir uns bis ganz zuletzt aufheben, da sie die Schwimmfähigkeit des Bootes erstmal nicht beeinträchtigt.
Während Mo die anstrengendere Arbeit (Rumpfseite auskratzen) übernahm, kratzte ich auf der Deckseite das alte Dichtungsmaterial an der Scheuerleiste heraus - zumindest da, wo es noch vorhanden war.

Wenn das Deck gestrichen wurde, dichten wir am Übergang Deck-Scheuerleiste neu ein. Die Unterseite der Scheuerleiste bleibt offen, damit eingedrungenes Wasser ablaufen kann und das Holz trocknet. Vielleicht hält die Scheuerleiste dann noch ein paar Jahre durch. Oder auch nicht. Wir werden sehen. Zumindest hat dieser Holzstreifen erstmal keine Priorität. Wichtiger ist es, Ober- und Unterschale neu abzudichten. Wir haben ganz viel im Web nachgelesen und der allgemeine Tenor ist, das Ganze gut mit Sikaflex zu dichten. Ober- und Unterschale arbeiten bei Last, deswegen sollte da keine starre Verbindung hin (Mo würde gerne mit Epoxid ran - wie an alles...). Falls jemand noch eine andere Idee hat, gerne her damit!

Außerdem habe ich noch Backs- und Ankerkiste geputzt (einigermaßen - das Regenwasser war a***kalt), damit wir sehen, ob da größere Risse/Beschädigungen sind. Bis auf das große "Spinnennetz" im Lack im Ankerkasten haben wir nichts entdeckt. Also wird wohl anschleifen und eine neue Ladung Bilgenfarbe reichen - irgendwann :)


Sonntag, 22. März 2015

Der Trailer ist in der Werkstatt und das Schwert liegt bei Robins und Bastis Arbeitgeber in der Halle - die Erfolge des gestrigen Tages.

Zunächst gab's aber erstmal einen Dämpfer: Gavroche sollte wohl zum 15. März bereits aus der Surfplatzhalle raus sein - nur, woher sollten wir das wissen? Einen Vertrag haben wir nie bekommen und Bescheid gesagt wurde uns auch nicht. Zugegeben - uns hätte auch so klar sein müssen, dass bald eine neue Lösung her muss, April/Mai kommen die Boote ins Wasser. Ein bisschen Aufschub haben wir aber noch: Kais Boot versperrt den Weg, wir können eh nicht raus und stehen in einer Hallenecke, die nicht sofort von den Surfern gebraucht wird. Kai geht nächste Woche in Urlaub, und wenn er heute sein Boot nicht rausholt, dann haben wir noch mindestens eine Woche lang Zeit. Außerdem kam ein Besucher vorbei, der uns ein bisschen zu unserem Boot befragte und uns dann den Tipp gab, bei einem Aussiedlerhof bei Überlingen am Ried nachzufragen, der Besitzer stellt wohl Boote unter.

Und tatsächlich: irgendwie haben wir bis jetzt immer Glück. Am Dienstag oder Mittwoch gehen wir da mal vorbei und schauen, ob das was für uns ist. Am Boot basteln dürfen wir dort auch - was ein Glück! Und am Mittwoch kommt vielleicht auch schon der Trailer repariert und mit neuem TÜV aus der Werkstatt. Zum Glück hat Bastis Firmenbus eine Anhängerkupplung und zum Glück hat deren Hinterhof-Werkstatt des Vertrauens sofort Zeit für uns gehabt. Trailer angehängt und ab dafür!

Anschließend haben die Jungs das Schwert ausgebaut, während ich die letzten Bereiche innen in der Kajüte mit der Hand abgeschliffen habe. Basti hatte im Firmenbus einen Industriestaubsauger, so dass die Kajüte und das Oberdeck jetzt sogar einigermaßen staub- und Vogeldreck-frei sind. Mit unserem Mini-Staubsauger hätte das doppelt so lange gedauert.

Mit dem Schwert im Bus ging es dann weiter zu Franzi und Robin - deren Holzjolle (eine Vaurien) musste umgedreht werden, damit die beiden die Rumpflackierung erneuern können. Wahnsinn, was die beiden schon an ihrer Jolle geschafft haben! Innen ist fast alles abgeschliffen, und bei den ganzen Ecken und Kanten muss das meiste von Hand geschliffen werden. Kein Spaß...

Jolle gedreht und ab weiter in die Firmenhalle, um das Schwert abzuschleifen. Warum haben wir eigentlich keinen Job, bei dem man so tolle Maschinen nutzen kann?! Was da in der Werkstatt alles rumsteht - abgefahren. Und eine Werkstatt mit Fußbodenheizung hat schließlich auch nicht jeder. Unter anderem gibt es eine Kantbank, mit der die Jungs eine Schwertkastenverstärkung bauen wollen, da unsere kaputt ist. Wie genau die gemacht werden kann und wie die Kräfte wohin ab- und umgeleitet werden können - diese Diskussion hat echt ewig gedauert. Aber Fachsimpeln gehört zum Spaß dazu ;)
Unser Schwert hat übrigens eine Oberflächenstruktur wie ein Golfball. Das Abschleifen der alten Lackschichten ist echt nicht so einfach. Total rostzerfressen. Die Funktion ist nicht beeinträchtigt, aber schön ist anders. Vielleicht behandeln wir es noch mit Rostumwandler, bevor wir es neu streichen, wir werden sehen.


Unsere Helden :)


Gestern Mittag, als es hieß wir müssen aus der Halle raus, hatte ich echt keine Lust mehr. Dieses Boot macht so viel Arbeit - nicht nur die direkten Arbeiten am Boot, auch das Recherchieren und Organisieren ist echt anstrengend. Manchmal weiß ich wirklich nicht, wie wir das alles schaffen sollen. Und dann geht es doch immer irgendwie weiter. Zugelassener Trailer und neuer Stellplatz sind in Aussicht und Spaß hat der Tag dann doch gemacht. Aber das haben wir echt vor allem Robin, Basti und Franzi zu verdanken, die uns in ihrer Freizeit sooooooo viel helfen und dabei nie die Geduld und gute Laune verlieren. Fettes Dankeschön an euch! Und irgendwann bekochen wir euch auch - versprochen!

Übrigens - wir haben, was Arbeitsstunden am Boot angeht, noch immer nicht die Hundertermarke geknackt - aber bald ist es soweit: Schaut selbst!